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Ein gesundheitsfördernder Schlafplatz

von Mag. Wolfgang Strasser

21 Tipps, wie Sie einen gesundheitsfördernden Schlafplatz gestalten können!

Fast ein Drittel unserer Lebenszeit verbringen wir im Bett. Für den Körper ist diese Zeit eine wichtige Quelle der Erholung und Regeneration. Ent­giftungs- und Aus­scheidungs­prozesse laufen auf Hochtouren und Defekte an Zellen und Organen können behoben werden. Während dieser Zeit sollte der Körper so un­gestört wie möglich arbeiten können. Nicht umsonst kommen äußere Aktivitäten, die während des Tages Energie und Auf­merksamkeit binden, in der Nacht zur Ruhe, so dass alle Kräfte für die nötigen Regenerations­prozesse zur Verfügung stehen.

Foto von Kinga Cichewicz auf Unsplash

In diesem Artikel werden die wichtigsten Kriterien für einen gesund­heits­fördernden Schlafplatz be­schrieben. Er kann keine allgemeingültigen Lösungen geben, jedoch Ihre Aufmerksamkeit anregen. Prüfen Sie Ihre heiligsten Räume, holen Sie sich aber auch fachkundige Beratung. Vieles ist nicht gleich er­kenn­bar. Zudem unterliegen bau­bio­logische Beratungen, elektro­biologische Messungen oder radiästhetische Mutungen der Gewerbe­ordnung und dürfen oft nur von befugten Personen vorgenommen werden.

 

Bei Schlafproblemen müssen zuerst mögliche medi­zinische Ursachen geklärt werden! Wenn man chronisch schlecht schläft oder wenn man gesund­heitliche Probleme hat, dann ist der erste Weg zum Arzt!

 

(1)    Täglich raus!

Gehen Sie täglich raus – und genießen Sie die Sonne oder wenigstens das Tageslicht. Das hilft dem Schlafwach-Rhythmus des Gehirns. Und zusätzlich jede Woche ein vier­stündiges Waldbad. Das ist die beste Möglichkeit der Aus­leitung und Regeneration von umweltbedingten Belastungen.

 

(2)    Gesundstation Schlafplatz

Für ein gesundes Immun- und Hormonsystem spielen fünf Faktoren eine maßgebliche Rolle: eine aus­geglichene Psyche, ausreichende Bewegung, ausgewogene Ernährung, gute Hygiene und eine unbelastete Umwelt. Gerade der letzte Faktor ist noch zu wenig auf unserem Radar. Einer der wichtigsten Umweltfaktoren ist der gesunde Schlafplatz.

 

(3)    Ein Raum des Wohlgefühls

Das Schlafzimmer ist der Ort der Entspannung. Zueinander passende Möbelstücke und geschlossene Schränke helfen dabei, diesen Ort zu kreieren. Ein Schlafzimmer sollte niemals ein Wäscheraum oder Lagerplatz sein. Der Bereich unter dem Bett sollte überhaupt frei sein. Das stört die Ruhe im Raum. Das Schlafzimmer soll ein aufgeräumter Raum des Wohl­gefühls sein, erfüllt mit angenehmem Duft und zurückhaltenden sanften und neutralen Wandfarben mit geringer Farbsättigung. Ein harmonischer, reizarmer Platz, wo der Mensch sich geschützt und geborgen fühlt, mit einem passenden Bett und einer ruhigen Umgebung.

 

(4)    Alles am richtigen Ort

Speziell im Schlaf brauchen wir Sicherheit und Ge­borgenheit. Daher sollte das Bett mit dem Kopfende immer an einer festen Wand stehen. So empfinden wir Rücken­schutz und Sicherheit. Der Raum soll gut überschaubar und Tür und Fenster im Blickfeld sein, auch wenn wir im Schlaf die Augen geschlossen haben. Das Bett soll auf keinem Fall direkt vor einem Fenster stehen oder in direkter Linie zwischen Tür und Fenster. Das ist so als wenn man im Luftzug schläft. Das Fußende des Bettes sollte nicht genau auf eine Türe zeigen, noch weniger auf eine Glaswand ins Freie. Schwere Objekte wie Hängeschränke, mächtige Bilderrahmen und Regalbretter über dem Kopfende wirken unbewusst beängstigend. Auf sie sollte verzichtet werden.

 

(5)    Dekoration im Raum

Viele Menschen lieben Bilder und hängen sie im gesamten Schlafzimmer auf. Das kann schnell zu viel werden. Bilder über dem Bett sorgen für ein be­klemmendes Gefühl, das den Schlaf stört. Spiegel eben­falls. Und große Zimmer­pflanzen und -brunnen im Schlaf­zimmer können das Raumklima stören.

 

(6)    Ein Dach über dem Kopf

Wenn der Raum eine Dachschräge hat, soll die Schlafstatt aus der Dachschräge heraus schauen. Befinden sich im Schlaf­zimmer Deckenbalken, sollte das Bett nicht direkt darunter aufgestellt werden. Sie wirken erdrückend und bedrohlich.

 

(7)    Wohngifte und Schadstoffe

Leider gibt es für Materialien und Baustoffen noch keine Kennzeichnungspflicht über deren Inhaltsstoffe. Es ist aber leider eine Tatsache, dass von etwa 50.000 chemischen Kunstprodukten viele in unseren Werk­stoffen zu finden sind und bei chronischer Einwirkung belastend werden können. Formaldehyd, Lösemittel, Pestizide und Metalle sind nur einige Beispiele dafür. Naturstoffe sind die Antwort darauf.

 

(8) Raumklima und Schimmel

Das Verhältnis von Raumtemperatur und relativer Luftfeuchtigkeit bestimmt das Raumklima nicht nur in der Nacht, aber da besonders. Wir schwitzen in der Nacht etwa zwei Liter Wasser und stehen ungern zum Lüften auf. Wenn es in den Wänden feucht wird, freut sich auch ein weniger beliebter Mitbewohner, der Schimmelpilz. Dessen Gifte wurden von der WHO als krebserregend eingestuft. Also nicht unterschätzen. Und bloß nicht abkratzen, sondern fach­gerecht entfernen lassen.

 

(9)    Wasserleitungen

Die Wand hinter dem Kopfende sollte nicht an die Küche oder an das Bad angrenzen, wo Wasser­leitungen und Heizungs­rohre die Nachtruhe beeinträchtigen können. Abfließendes Wasser zieht übrigens auch Lebens­energie ab.

 

(10)     Elektrosmog riecht nicht

Im Schlafzimmer sollen zumindest während der Nachtruhe keine elektrischen Geräte und keine Leitungen, Kabel und Verteiler in der Nähe vom Bett verwendet werden. Sollte sich dies nicht vermeiden lassen, kann die Stromversorgung nachts mithilfe eines Netzentkopplers vollständig ab­geschaltet werden. So ist eine Nachtruhe ohne elektrische und magnetische Belastungen möglich.

 

(11)     Eine Nacht ohne Handy

Geräte mit hochfrequenter Strahlung haben sich mittlerweile in großer Anzahl in unseren Wohnungen an­ge­sammelt -  und viele davon liegen eingeschaltet auf unseren Nachtkästen. Handy, WLAN, Babyfon, Schnurlos­telefon, um nur die wichtigsten zu nennen. Nächtliches Abschalten ist die notwendige Empfehlung. Elektromagnetische Belastung von außen, wie vom Handymast oder vom Nachbar, lässt sich mit Abschirmfarben oder -textilien gut abschirmen.

 

(12)     Blitze im Schlafzimmer

Sie kennen die Effekte: Zu Berge stehende Haare, wenn Sie sich den Pullover über den Kopf ausziehen. Oder ein Funkenschlag beim Händegeben. Wir haben es hier mit elektrostatischen Entladungen zu tun. Sie entstehen, wenn es vorher eine elektrostatische Aufladung gegeben hat. Und die entsteht auch im Schlafzimmer durch synthetische Bettwäsche, Kleidung, Vorhänge, Boden- und Wandbeläge. Wenn Sie Naturmaterialien ve­rwenden, können sie das Blitzgewitter vermeiden.

 

(13)     Keine Magnetfeldtherapie

Metall im Bett lenkt das Erdmagnet­feld ab. Das stört auch unseren Organismus. Auch eiserne Federkerne in Matratzen verursachen diese Irritationen. Sie können das ganz einfach mit einem Kompass prüfen. Wenn das Bett über einen durchgehenden Rahmen verfügt oder komplett aus Metall ist, baut es ein eigenes Magnetfeld auf, was noch störender ist. Gleiches gilt übrigens auch für Schreibtische! Betten und Schreibtische sollten aus massivem Holz und ohne Metall hergestellt sein.

 

(14)     Lichter

Durch das abendliche Lesen/Surfen auf blauen Bildschirmen wird dem Gehirn einen Wachzustand „eingebläut“. Die dadurch ausgeschütteten Hormone sorgen dafür, dass man nicht zur Ruhe kommt, selbst wenn der Körper vollkommen erschöpft ist. Dabei ist es völlig egal, ob man beruhigende Geschichten liest/sieht oder eben noch mal schnell die Mails durchgeht.

 

(15)     Geologie ist keine Gutenachtgeschichte

Geologische Phänomene haben unter dem Bett nichts zu suchen. Wasseradern, Verwerfungen oder andere mögliche Stressoren für unseren Schlaf verleiten zur Verwendung von Abschirmgeräten. Die sicherste Methode ist der Ortswechsel. Eine sehr geschätzte Kollegin nannte ihn den „guten Platz“.

 

(16)     Radon

Radon wird von der WHO als zweithäufigste Ursache für Lungenkrebs eingestuft, gleich nach dem Rauchen.  Soweit die schlechte Nachricht. Die gute ist, man kann die radioaktive Belastung messen und etwas dagegen tun.

 

(17)     Lärm und Schall

Gegen Lärm ist kein Kraut gewachsen. Wenn Sie keinen Einfluss auf Lärmquellen haben und bei geschlossenem Fenster nicht schlafen können, wirkt nur auswandern. Zum Schlafen braucht es Ruhe!

 

(18)     Manche mögen`s heiß

Regeneration brauch Ruhe, Sexualität Anregung, auch einrichtungstechnisch. Das scheint zunächst als unüberbrückbarer Gegensatz. Aber mit wechselnder Bettwäsche und Dekoration lässt sich Stimmung machen.

 

(19)     Partnerschaftliche Gestaltung

Es ist ratsam, das Schlafzimmer gemeinsam mit dem Partner zu gestalten. So werden die Dualitäten bei der Auswahl der Dekoration beachtet. Bilder können mit positiven Emotionen auf die Nachtruhe einstimmen oder am Morgen eine fröhliche Stimmung erzeugen. Bei den Motiven der Bilder sollte es sich um gegenstandslose Malerei oder harmonische Naturschauspiele handeln. Fotos von Familien­angehörigen oder andere mit starken Gefühlen belastete Motive sind weniger dienlich.

 

(20)     Die Schlafrichtung

Jede Kultur hat ihre Tradition für die beste Schlafrichtung. Stärker als jedes Geburtsdatum wirkt aber die Topografie. Schlafe also so, dass dein Kopf bergauf und die Füße bergab zu liegen kommen.

 

(21)     Und zum Schluss: Lob der Bettsocke

Ein Lob der guten alten Bettsocke: Warme Füße gelten als Einschlafhilfe. Und: Ein Schlaflied als Einschlafritual wirkt manchmal Wunder …

 

Abschließende Überlegungen:

Wenn einer Probleme hat und der/die andere am gleichen Platz nicht, dann sollten die Bedürfnisse dessen Vorrang haben, der unter der Situation leidet. Schluss­endlich profitieren beide davon, denn ein ruhiger, ent­spannter und gesunder Schlafplatz ist auch für den von Vor­teil, der laut eigener Aussage überall problemlos schlafen kann. Wir sind eben alle verschieden, im Lieben wie beim Liegen.

 

Wir untersuchen gerne auch Ihren Schlafplatz: